Parodontose in verschiedenen Stadien – von Zahnfleischentzündungen bis Zahnverlust

Wissenswert

Parodontose in verschiedenen Stadien – von Zahnfleischentzündungen bis Zahnverlust

Parodontose – im Fachjargon als Parodontitis bezeichnet – ist eine der häufigsten Erkrankungen des Zahnhalteapparats. Unbehandelt kann sie schleichend vom harmlos wirkenden Zahnfleischbluten bis hin zu Zahnlockerungen und Zahnverlust führen. Doch welche Krankheits-Stadien der Parodontitits gibt es überhaupt und wie unterscheiden sie sich?

PortaDente, Ihre Zahnarztpraxis in Trier, klärt Sie in diesem Beitrag über die verschiedenen Parodontose-Stadien und den Verlauf der Parodontitis auf.

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Alle Infos in Kurzform: Parodontitis-Stadien verständlich erklärt

Was sind die Stadien der Parodontitis?

Parodontose/Parodontitis wird in vier Stadien (I bis IV) unterteilt, beginnend von einer milden Form mit geringem Attachment-Verlust bis hin zu schweren Verläufen mit Zahnverlust und eingeschränkter Kaufunktion.

Woran erkennt man eine fortgeschrittene Parodontose?

Tiefe Zahnfleischtaschen, Zahnlockerungen, Knochenabbau und Zahnwanderungen sind typische Anzeichen fortgeschrittener Parodontitis-Stadien.

Was bedeutet Grading bei Parodontitis?

Das Grading beschreibt, wie schnell die Parodontose fortschreitet und berücksichtigt dabei auch Risikofaktoren wie Diabetes oder Rauchen.

Kann man Parodontitis in jedem Stadium behandeln?

Ja, es gibt Behandlungsmethoden für jedes Stadium der Parodontose. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungsaussichten.

Die moderne Parodontitis-Klassifikation: Staging und Grading

Die Parodontose-Behandlung entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten schnell weiter und bietet Patienten heute nicht nur bessere Therapie-, sondern auch Diagnose-Möglichkeiten. Dazu gehört auch die Klassifikation der Erkrankung, welche in den letzten 30 Jahren mehrfach geändert wurde (Quelle: DG Paro).

Nach dem neuesten internationalen Klassifikationssystem für Parodontitis, welches 2021 eingeführt wurde, sind zwei Aspekte relevant: Staging und Grading.

Das Staging unterteilt die Parodontose in die Stadien I bis IV und beantwortet die Frage, wie schwer die Erkrankung ist bzw. wie weit sie fortgeschritten ist. Das Grading (A bis C) drückt hingegen aus, wie schnell die Parodontitis voranschreitet.

Die vier Stadien der Parodontose (Staging)

An dieser Stelle wollen wir ausschließlich die Stadien einer Parodontose-Erkrankung beschreiben. Am Anfang einer solchen steht meist eine Gingivitis, also eine reine Zahnfleischentzündung, bei der der Zahnhalteapperat (noch) nicht geschädigt ist. Informationen zur Bedeutung des Zahnfleisches und einer Zahnfleischentzündung finden Sie in unserem Blogbeitrag: Gesundes Zahnfleisch, gesunde Zähne? Die Bedeutung der Gingiva für die Mundgesundheit.

Stadium I – beginnende Parodontitis

Stadium I beschreibt eine frühe Form der Parodontose. Typische Merkale sind:

  • Attachment-Verlust (fortschreitender Abbau des Zahnhalteapparats) von 1-2 mm
  • Knochenabbau bis maximal 15%
  • Tiefe der Zahnfleischtaschen (Sondierungstiefe, ST) unter 4 mm
  • kein Zahnverlust

Stadium II – moderate Parodontitis

Im Stadium II ist der Zahnhalteapparat bereits deutlicher betroffen:

  • Attachment-Verlust von 3-4 mm
  • Knochenabbau zwischen 15-33%
  • Zahnfleischtaschen bis 5mm
  • noch kein Zahnverlust

Stadium III – fortgeschrittene Parodontitis

Hier liegt eine schwere Parodontitis vor:

  • Attachment-Verlust ab 5 mm
  • Knochenabbau von über 33%
  • Zahnfleischtaschen ab 6 mm
  • vertikaler Knochenabbau, moderate Kammdefekte, Furkationsbefall (Abbau des Zahnhalteapparats im Bereich der Wurzelgabelung) Grad II/III
  • bis zu 4 verlorene Zähne

In diesem Stadium drohen ohne Therapie weitere Zahnverluste und funktionelle Einschränkungen.

Stadium IV – schwere, komplexe Parodontitis

Stadium IV ist die schwerste Form der Parodontitis:

  • Attachment-Verlust ab 5 mm
  • Knochenabbau über 33%
  • Verlust von mindestens 5 Zähnen
  • Zahnwanderungen und starke Lockerungen
  • eingeschränkte Kaufunktion und Bisshöhenverlust
  • ausgeprägter Kammdefekt

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Das Grading: Wie schnell schreitet Parodontitis voran?

Neben dem Staging wird der Krankheitsverlauf einer Parodontitis durch das Grading (A-C) beurteilt:

Grad A – langsamer Verlauf

Merkmale:

  • kein oder kaum messbarer Knochenabbau
  • Nichtraucher
  • kein Diabetes
  • Biofilm mit nur geringer parodontaler Zerstörung

Grad B – moderater Verlauf

Merkmale:

  • Knochenabbau weniger als 2 mm über 5 Jahre
  • Raucher mit weniger als 10 Zigaretten am Tag
  • HbA1c bei Diabetikern unter 7%
  • Zerstörungsgrad entspricht der Biofilmmenge

Grad C – schneller Verlauf

Merkmale:

  • Knochenabbau mehr als 2 mm über 5 Jahre
  • Raucher mit mehr als 10 Zigaretten am Tag
  • HbA1c bei Diabetikern über 7%
  • Zerstörungsgrad höher, als der Biofilm vermuten lässt

Warum eine frühe Behandlung bei Parodontose entscheidend ist

Je früher Parodontitis erkannt wird, desto besser lassen sich Zahnverlust, Knochenabbau und Folgeschäden vermeiden. Moderne Parodontose-Behandlungen zielen darauf ab, Entzündungen zu stoppen, den Zahnhalteapparat zu stabilisieren und die Mundgesundheit langfristig zu erhalten.

Als ein Früherkennungsinstrument dient neben regelmäßigen Kontrolluntersuchen beim Zahnarzt der Parodontale Screening-Index (PSI). Hierbei handelt es sich um ein standardisiertes Verfahren, bei dem mehrere Faktoren wie Tiefe der Zahnfleischtaschen, Zahnstein und Zahnfleischbluten herangezogen werden. Das Ergebnis wird einem Code (0 bis 4) zugeordnet, der den Schweregrad widerspiegelt und den Behandlungsbedarf anzeigt. Ein hoher Code weist dabei auf eine fortgeschrittene Parodontitis hin.

Fazit: Parodontose ist gut behandelbar – wenn Sie sie ernst nehmen

Parodontitis verläuft in klar definierten Stadien, von der harmlosen Zahnfleischentzündung bis hin zur komplexen Erkrankung mit Zahnverlust. Dank moderner Klassifikationen und individueller Therapieansätze bestehen heute sehr gute Chancen, die Erkrankung aufzuhalten und Folgeschäden zu vermeiden – besonders bei frühzeitiger Diagnose.

Sollten Sie bei sich deshalb Symptome wie (häufiges) Zahnfleischbluten, geschwollenes Zahnfleisch, länger aussehende Zähne und/oder wandernde, empfindliche Zähne ausmachen, vereinbaren Sie schnellstmöglich einen Termin zur Abklärung in unserer Praxis in Trier.