Zahn-Einmaleins: Was ist der Zahnschmelz und wieso ist er so wichtig?

Wissenswert

Zahn-Einmaleins: Was ist der Zahnschmelz und wieso ist er so wichtig?

Die Zahnmedizin kennt unzählige Fachbegriffe und sorgt damit für einige Verwirrung bei Patientinnen und Patienten. In unserer Blog-Reihe „Zahn-Einmaleins“ widmet sich PortaDente, Ihre Zahnarztpraxis in Trier, deshalb grundlegenden Themen und erklärt diese auf verständliche Weise. Heute: der Zahnschmelz – ein oft übersehener, aber unglaublich wichtiger Bestandteil der Mund- und Zahngesundheit.

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Was ist der Zahnschmelz? Warum ist er so wichtig?

Der Zahnschmelz (auch Adamantin, Enamelum, Substania adamantina genannt) bildet die äußerste Schicht der Zähne und umgibt das Zahnbein (Dentin) auf der gesamten Fläche der Zahnkrone. Obwohl er nur eine Dicke von 1,5 bis 3 Millimeter hat, ist der Zahnschmelz extrem widerstandsfähig. Das ist auch nötig, denn seine Aufgabe ist es, die unter ihm liegenden Zahnschichten vor äußeren bzw. mechanischen Einflüssen zu schützen.

Anders gesagt: vor Kauen, Beißen, Abnutzung, Nahrung (und die in ihr enthaltenen Säuren) sowie Wärme und Kälte. Der Zahnschmelz ist damit extrem wichtig für die Mundgesundheit und verhindert eine Reihe von Zahnerkrankungen wie Karies.

Hart, härter, Zahnschmelz: Die härteste Substanz im menschlichen Körper

Der Zahnschmelz besteht nicht aus Nerven und Blutgefäßen, sondern ist ein „fast ausschließlich kristallines Gebilde“ (Quelle: Spektrum). Er besteht zum größten Teil aus dem Mineral Hydroxylapatit, welches sich unter anderem aus Natrium, Kalzium und Phosphor zusammensetzt, sowie den Spurenelementen Magnesium und Fluor (Quelle: Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung). Kleine Prozentsätze des Zahnschmelzes fallen auf Proteine, Kohlenhydrate und Fette ab.

In Kombination entsteht so eine komplexe Struktur aus Schmelzprismen, die den Zahnschmelz zur härtesten Substanz im menschlichen Körper macht. Der Zahnschmelz erreicht eine Mohshärte von 5-8 und einen Vickers-Grad von 300-400. Zum Vergleich: Eisen hat eine Mohshärte von 4-5, womit die Härte des Zahnschmelzes eher der von Edelsteinen wie Opal, Peridot, Amethyst oder Smaragd entspricht.

Was schädigt den Zahnschmelz? Was baut den Zahnschmelz ab?

Der Zahnschmelz ist zwar die härteste Substanz im menschlichen Körper, aber nicht unverwundbar. Zudem verfügt er über eine große Schwachstelle: Da der Zahnschmelz nicht aus organischem Gewebe besteht, kann er sich nicht selbst regenerieren, also im Schadensfall einfach nachwachsen. Der Erhalt, die Pflege und der Schutz vor dem Zahnschmelzabbau, der sogenannten Erosion oder Demineralisierung, ist daher entscheidend für langfristig gesunde Zähne.

Insbesondere Säuren greifen den Zahnschmelz an, können ihn aufweichen und dadurch Stück für Stück abtragen. In die so entstandenen Lücken können Bakterien eindringen, die Zahnsubstanz angreifen und – im Falle von Karies – von innen aushöhlen.

Faktoren, die zum Zahnschmelzabbau beitragen

Diese Faktoren tragen zum Zahnschmelzabbau bei:

Falsche Ernährung
Der Verzehr von säurehaltigen Lebensmitteln und Getränken (z.B. Zitrusfrüchte, Äpfel, Softdrinks, Wein) greifen den Zahnschmelz an. Zudem sind zuckerreiche Snacks und Getränke eine ideale Ernährung für Bakterien, die sich im Plaque befinden. Diese wandeln den Zucker wiederum in Säuren um, die somit auch den Zahnschmelz angreifen.

Zähneknirschen
Bruxismus übt einen langen und sehr hohen Druck auf die Zähne aus, wodurch es zu Rissen im Zahnschmelz kommen kann.

Mangelnde Mundhygiene
Eine unzureichende Mundhygiene führt zur Bildung von Plaque, welcher den Zahnschmelz schwächt.

Refluxkrankheiten und Ähnliches
Refluxkrankheiten (z.B. Sodbrennen), aber auch Bulimie sorgen dafür, dass Magensäure in den Mundraum gelangen kann. Auch diese wirkt sich negativ auf den Zahnschmelz aus und trägt zu dessen Abbau bei. Zudem können sich Faktoren wie Mundtrockenheit (Speichel neutralisiert Säuren und trägt zu gesundem Mundraum bei) negativ auswirken.

Anzeichen von Zahnschmelzdefekten

Da der Zahnschmelz nicht mit Nerven durchsetzt ist und sein Abbau somit keinen direkten Schmerz auslöst, handelt es sich bei der Demineralisierung häufig um einen schleichenden Prozess. Dennoch gibt es verschiedene Symptome, die auf eine Zahnschmelzerosion hinweisen:

  • Schmerzempfindlichkeit der Zähne bei warmen und kalten Speisen
  • Verfärbung der Zähne (fleckig sowie weiße, gelbliche oder bräunliche Verfärbungen)
  • „durchsichtige“ Zahnkanten
  • Beschädigungen auf den Kauoberflächen (z.B. Sprünge, Dellen)
  • feine Risse im Zahnschmelz


Sollten Sie eines oder mehrere dieser Symptome bei sich festgestellt haben, vereinbaren Sie bitte einen Check-up-Termin in unserer Praxis oder einem anderen Zahnarzt Ihres Vertrauens.

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Wie stärkt man den Zahnschmelz? Lässt sich dem Zahnschmelzabbau vorbeugen?

Die gute Nachricht gleich vorweg: Ja, dem Zahnschmelzabbau lässt sich vorbeugen und bereits abgebauter Zahnschmelz wieder „aufbauen“. Der erste Schritt dafür ist, herauszufinden, was den Zahnschmelzabbau auslöste. Generell lassen sich jedoch mehrere Verhaltensweisen festhalten, die zu einem starken und gesunden Zahnschmelz beitragen:

Gesunde Ernährung

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist entscheidend für den Erhalt des Zahnschmelzes und seiner Stärkung (Remineralisierung). Dazu zählt, den Konsum säurehaltiger Lebensmittel (solche mit niedrigem pH-Wert) und Getränke möglichst einzuschränken und auch stark Zuckerhaltiges ausschließlich in einem vertretbaren Maße zu verzehren.

Gleichzeitig tragen Lebensmittel, die reich an Mineralstoffen wie Phosphat und Kalzium sind, zur Stärkung des Zahnschmelzes bei. In diese Kategorie fallen Käse, Milch, Joghurt, Fisch, Nüsse und verschiedene Gemüsesorten (Spinat, Kresse, Knoblauch, Sellerie, Linsen, Löwenzahn).

Richtige Mundhygiene und Zahnpasta

Wie immer ist auch beim Erhalt des Zahnschmelzes die richtige Mundhygiene das A und O. Dazu zählt tägliches Zähneputzen mit der richtigen Putztechnik (sanft, Zahnfleischränder mitputzen etc.), keine zu harten Zahnbürstenborsten, Interdentalbürsten und Mundspülung.

Wichtig ist ebenso die Verwendung der richtigen Zahnpasta. Hier empfehlen sich Cremes mit Fluorid, welches zur Remineralisierung beiträgt. Ebenso sind Zahncremes mit Hydroxylapatit erhältlich, welche den Zahnschmelz – bis zu einem gewissen Grad – wieder aufbauen können. Verzichten sollten Sie hingegen auf Weißmacher-Pasten, die die Zähne mit abrasiven Partikeln hell schmirgeln wollen.

Sprechen Sie uns bei einem Besuch in unserer Praxis gerne auf Produktempfehlungen an, die wir individuell auf den Zustand Ihrer Zähne abstimmen.

Zahnschmelzaufbau beim Zahnarzt

Ist es bereits zu tiefen Schädigungen des Zahnschmelzes gekommen, lassen sich die entstandenen Lücken oft nicht über die Ernährung und Zahnpflege-Routine schließen. In solchen Fällen, aber auch zur regelmäßigen Kontrolle Ihres Zahnschmelzes empfiehlt sich ein Zahnarztbesuch.

Zahnärztinnen und Zahnärzte verfügen über verschiedene Mittel, der Zahnschmelzerosion entgegenzuwirken. Dazu zählt unter anderem eine Professionelle Zahnreinigung zur Entfernung hartnäckigen Plaques und eine anschließende Fluoridbehandlung. Sind die Schäden bereits weit fortgeschritten, bieten sich zuweilen Lösungen wie künstliche Zahnkronen, Kompositfüllungen oder Veneers an, die die Aufgaben des natürlichen Zahnschmelzes übernehmen können. Ebenso bieten sich eine Reihe von innovativen Verfahren der Zahnmedizin an. Welche Therapie letztendlich zum Einsatz kommt, ist stets abhängig vom Zustand der Zahnschmelzes und der allgemeinen Zahngesundheit.

Zahnschmelz prüfen und stärken lassen

Fazit: Der Zahnschmelz als Verteidigungsbollwerk

Der Zahnschmelz spielt eine zentrale Rolle für Ihre Mundgesundheit. Indem Sie sich um Ihren Schmelz kümmern und präventive Maßnahmen ergreifen, tragen Sie langfristig zu einem gesunden Zahnschmelz bei. Und das ist wichtig: Der Zahnschmelz ist das Verteidigungsbollwerk der Zähne und verhindert damit Karies, andere Zahnkrankheiten und letztlich den Zahnverlust.

Bei Fragen oder zur individuellen Beratung stehen wir Ihnen jederzeit gerne in unserer Praxis in Trier zur Verfügung.