Bruxismus bei Kindern: Was Eltern über das Zähneknirschen wissen sollten

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Bruxismus bei Kindern: Was Eltern über das Zähneknirschen wissen sollten

Pressen, Knirschen, Reiben – Eltern sind meist die Ersten, die Bruxismus-Symptome bei ihren Kindern wahrnehmen. Wie man mit dem Zähneknirschen umgeht, wissen jedoch die wenigsten. PortaDente, Ihre Zahnarztpraxis in Trier, informiert über Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten für Bruxismus bei Kindern.

Ihr Kind hat Angst vorm Zahnarzt? Die Kinderzahnheilkunde ist eines unserer Spezialgebiete. Wir sorgen für eine angst- und stressfreie Behandlung.

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Was ist Bruxismus bei Kindern/Jugendlichen und welche Symptome gibt es?

Bruximus ist ein Überbegriff für sogenannte parafunktionelle Aktivitäten. Es handelt sich dabei um eine „periodische, stereotypische Bewegungsstörung des Kausystems, die Zähneknirschen und -pressen einschließt. Laut der Deutschen Mundgesundheitsstudie zeigt etwa jeder fünfte Jugendliche klinische Anzeichen für Bruxismus. Der Großteil leidet dabei an einem nächtlichen – unbewussten – Bruxismus.

Das große Problem: Bruxismus rückte erst in den vergangenen zwei Jahrzehnten vermehrt in den Fokus der Wissenschaft. Auch, weil zuvor andere Zahnerkrankungen wie Karies die meiste Aufmerksamkeit in der zahnmedizinischen Theorie und Praxis erhielten. Entsprechend sind auch in der modernen Zahnmedizin noch immer viele Dinge unklar.

Welche Symptome deuten auf Bruxismus bei Kindern hin?

Zu den Symptomen zählen:

  • lautes Knirschen, Reiben oder Pressen
  • Kieferschmerzen
  • Zahnabnutzung
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen

Im Vergleich zum Erwachsenengebiss sind Abnutzungen an den Zähnen eines Kindes nur schwer feststellbar. Grund dafür ist, dass der Wechsel vom Milchgebiss hin zum bleibenden Gebiss die Diagnose erschwert. Milchzähne mit Abrasionen können so beispielsweise neben neuen bleibenden Zähnen stehen, die noch kleine Erhebungen haben (Mamelons).

Ursachen von Bruxismus im Kindesalter

Bruxismus im Kindesalter gilt heute in seiner milden Form als normales Verhalten und hat „selten ernsthafte Folgen für Betroffene“ (Quelle: Mitteilungsblatt Berliner Zahnärzte). Sollten Sie als Elternteil dennoch ein Knirschen oder anderes Symptom bei Ihrem Kind wahrnehmen, lohnt sich dennoch eine Untersuchung, um die Schwere des Bruxismus festzustellen.

Denn bei intensiver Bruxismusaktivität kann es neben „den Zahnsubstanzverlusten zu starken Schäden wie Zahnlockerungen, Schäden am Parodont, Zahnschmerzen oder ästhetischen Beeinträchtigungen kommen“ (Quelle: zm online). Auch „Störungen in der Sprachentwicklung und der sogenannte Spannungskopfschmerz werden in direktem Zusammenhang“ mit Bruxismus gesehen.

Weitere Folgen sind „Schlafstörungen, Schmerzen durch freiliegendes Dentin und Hypersensibilität, Extraktionen infolge von Pulpafreilegungen, die Zunahme erosiver Prozesse“ oder „der Verlust von Restaurationen“.

Bruxismus bei Kindern: Ursache und Risikofaktoren

Der heutige Stand der Wissenschaft deutet darauf, dass die Ursachen für Bruxismus außerhalb des Kausystems liegen. So scheinen Zahn- und/oder Kieferfehlstellungen laut Studien keine bzw. nur sehr geringe Auswirkungen auf die Bruxismusaktivität zu haben. Vielmehr gelten folgende Punkte als Ursache und Risikofaktoren:

Veränderungen im Zentralnervensystem
Der bedeutendste Risikofaktor für Bruxismus bei Kindern und Jugendlichen – aber auch bei Erwachsenen – sind „Angriffe“ auf das Zentralnervensystem. Darunter fallen Dinge wie Stress (Schule, Scheidung der Eltern, Streit mit Freunden etc.), hormonelle Veränderungen (z.B. Pubertät), Reizüberflutung, Ängste oder Veränderungen im Tagesrhythmus. Auch Grunderkrankungen bzw. Störungen wie ADHS erhöhen das Bruxismus-Risiko.

Schlafstörungen
Wie bereits erwähnt, tritt Bruxismus bei Kindern und Jugendlichen größtenteils nachts auf. Schlechter Schlaf durch die Umstände (Licht, Lärm), Schnarchen, Albträume oder eine geringe Schlafdauer (< 8 Stunden) erhöht laut Untersuchungen die Wahrscheinlichkeit für Schlafbruxismus.

Atemwegstörungen
Grunderkrankungen wie Asthma oder anderes, das eine Atmung behindern kann (z.B. Schnarchen), kann sich negativ auf das Bruxismus-Risiko auswirken.

Schlechte Lebensumstände
Ein wesentlicher Faktor im Kindesalter sind die Lebensumstände, die sich auf das Zentralnervensystem und die Schlafqualität auswirken. Passivrauchen, eine schlechte Schlafumgebung, emotionaler Stress (z.B. durch eine gestörte Eltern-Kind-Beziehung) oder eine übermäßige Bildschirmzeit begünstigen Bruxismus.

Sie haben bei Ihrem Kind Knirsch-Geräusche wahrgenommen? Vereinbaren Sie noch heute einen Termin in unserer Zahnarztpraxis in Trier und wir prüfen das Gebiss auf Bruxismus-Schäden.

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Wie wird Bruxismus bei Kindern und Jugendlichen behandelt?

Ein Bruxismus bei Kindern und Jugendlichen muss meist nur behandelt werden, wenn er über das normale Verhalten hinausgeht und mit Folgen für die Betroffenen verbunden ist. Da die Ursache für den Bruxismus meist nicht im Mundraum selbst zu suchen ist, sollte ein interdisziplinärer Ansatz gewählt werden:

Behandlung der Grunderkrankung
Ist Ihr Kind von einer Grunderkrankung betroffen, die das Bruxismus-Risiko erhöht, gilt es, diese von den entsprechenden Ärzten behandeln zu lassen. Dies wirkt sich positiv auf den Bruxismus aus. Sollten muskuläre Verspannungen (z.B. Nacken) vorliegen, kann eine Physiotherapie helfen.

Schienentherapie
Eine Schiene kann die Kaumuskulatur entlasten und so für eine Linderung der Beschwerden sorgen. Anders als bei Erwachsenen ist die Schienentherapie bei Kindern jedoch nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Der Grund: Der Zahnwechsel könnte eingeschränkt werden.

Beeinflussung der Lebensumstände
Durch Verbesserung der Lebensumstände (Stress, psychische Traumata, Familienverhältnisse) kann sich eine Verbesserung des Bruxismus einstellen. Je nach Fall kann sich dafür eine Psychotherapie oder Ähnliches anbieten.

Verbesserung der Schlafqualität
Eine reduzierte Bildschirmzeit (insbesondere in den Abendstunden), das Abstellen störender Faktoren (Licht und Lärm) und Hilfe bei Atemwegsstörungen können den Schlafbruxismus positiv beeinflussen.

Fazit: Acht geben, aber nicht in Panik verfallen

Eltern wünschen sich das Beste für Ihre Kinder. Es ist daher verständlich, dass die Verunsicherung groß ist, wenn Eltern ihr Kind das erste Mal Knirschen hören. Es ist ebenso richtig, einen Termin beim Zahnarzt Ihres Vertrauens zu vereinbaren und das Kind auf Anzeichen von Bruxismus untersuchen zu lassen.

Bruximus ist eine komplexe Störung des Kausystems, die wir mit weiteren wissenschaftlichen Erkenntnissen zukünftig noch besser verstehen werden. Dennoch sollten Sie nicht in Panik verfallen, denn – nach heutigem Stand – muss Bruxismus bei Kindern nur in wenigen Fällen zahnmedizinisch behandelt werden. Besuchen Sie die PortaDente-Praxis in Trier und wir stellen gerne gemeinsam mit Ihnen fest, ob dies auf Ihr Kind zutrifft.

Als Spezialist für Kinderzahnheilkunde ermöglicht unsere Expertin Dr. Birgit Grubeanu-Block und ihr Team auch behinderten sowie schwer behandelbaren Kindern einen stressfreien Zahnarztbesuch, der zum positiven Erlebnis wird.